Pikettys Thesen #5: Erbe bestimmt Status

Erbschaften haben eine große Bedeutung für die ungleiche Verteilung von Vermögen. Die Geburtslotterie bestimmt, wer sehr reich wird, denn nur weni­ge Menschen kommen in den Genuss einer großen Erbschaft.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass manche Menschen über exorbitant hohe Vermögen verfügen? In der öffentlichen Debatte wird Reichtum häufig mit harter Arbeit in Verbindung gebracht. Pikettys Analysen zeigen aber, dass der Erhalt einer Erbschaft eine wesentliche Rolle für die Anhäufung von Besitz spielt. Reichtum wird also oft nicht durch den individuellen Arbeitseinsatz und Fleiß bestimmt, entscheidender ist vielmehr der Erhalt von Erbschaften und Schenkungen.

Erbschaft bestimmt Status

Im Europa des 19. Jahrhunderts waren Erbschaften ein zentraler Grund für die Verschärfung von sozialer Ungleichheit über Generationen hinweg. Der gesellschaftliche Status und der Platz in der Vermögensverteilung wurden durch den Stammbaum bestimmt, man denke nur an bekannte Familiendynastien. Aber auch heutzutage sind Vermögen und Erbschaften wieder zentral für die gesellschaftliche Stellung und politische Macht. Piketty warnt vor der Rückkehr in eine Gesellschaft der ErbInnen und vor verknöcherten Verhältnissen, in denen nicht Fleiß oder Leistung, sondern die Familienherkunft über Vermögen und Status bestimmt. Progressive Erbschafts- und Schenkungssteuern leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft

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