Wer das ABC kennt, hat den Überblick

Griechenland hat gewählt und durch den Wahlerfolg von Syriza ist die Debatte zur Wirtschaftskrise wieder voll entfacht. Für alle, die den Überblick bewahren wollen, haben wir ein fast vollständiges ABC zusammengestellt. Von A wie Austeritätspolitik bis Z wie Zukunft. Doch damit nicht genug: nach http://www.diekriseverstehen.net/ zeigen wir ab nächster Woche auf, wie die Krise zu lösen wäre und wie nicht. Stay tuned!

Austeritätspolitik: Bezeichnung für Politikverständnis, laut dem sich Länder aus Krisen sparen können, obwohl von Arbeitslosenstatistiken bis Wirtschaftswachstum alle Zahlen eine andere Sprache sprechen.

Bankenrettung: Notwendige Maßnahme der Staaten, um Banken zu retten. Allerdings werden unter dem Motto „too big to fail“ Verlustgeschäfte von Banken durch die Bevölkerung gezahlt, während SpekulantInnen weiter gewinnen.

Chance: Besteht für Europa, wenn Kurswechsel von Spardiktaten zu Investitionen in Arbeitsplätze und Sozialstaat weiter vorangetrieben wird.

Deutscher Sparwille: Floskel um Austeritätspolitik weiter durchzusetzen. Zum Leidwesen der deutschen und europäischen Bevölkerung, da weder Löhne steigen noch Arbeitslosenzahlen sinken.

EZB-Politik: Hat Preisstabilität des Euros als Ziel. Nachrangig ist hingegen für die „Europäische Zentral Bank“ eine Wirtschaftspolitik für mehr Beschäftigung.

Finanzmärkte: Verdrängten die klassischen Real-Investitionen in Unternehmen, die Dienstleitungen oder Waren produzieren und verkaufen; stattdessen wird mit Preisveränderungen für international gehandelte Assets (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Derivate etc.) spekuliert.

Griechenland: Versuchslabor für marktradikale „ExpertInnen“ bei EZB, IWF und EU-Kommission. Jetzt am Weg der Besserung.

Hedgefonds Art von Finanzinstitutionen, die am Ausbruch der Krise 2008 mitwirkten und von Bankenrettungen profitierten. Meist an Offshore-Finanzplätzen registriert.

IWF: Internationaler Währungsfonds. Weiß zwar theoretisch, dass Austeritätspolitik falsch ist, setzt dieses Wissen aber (noch) nicht um.

Jugendarbeitslosigkeit: Durch falsche Austeritätspolitik der Troika auf Rekordhoch – in manchen Regionen bei über 50%.

Konjunkturpaket: Im Moment noch zu wenig beachtete Möglichkeit in Europa aus der Wirtschaftskrise zu kommen, indem in Arbeitsplätze und sozialstaatliche Maßnahmen investiert wird; Gegenteil von Austeritätspolitik.

Laufzeitverlängerung: Kredite müssen nicht sofort zurückbezahlt werden, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, an dem die Schuldenrückzahlung nicht automatisch weiter neue Schulden produziert und private Banken dadurch verdienen.

Möglichkeiten: gibt es viele. Eine Möglichkeit, um aus der Krise zu kommen, wären höhere Löhne in Österreich und Deutschland, damit der Exportweltmeistertitel nicht zu Lasten anderer verliehen wird.

Notverstaatlichung: Betraf große Banken („too big to fail“), die ihr Risiko zu wenig absicherten und sich auf den Finanzmärkten überschuldeten; Das führten u.a. zu einer hohen Schuldenquote der Staaten.

Offshorefinanzplätze: Steueroasen und Arbeitsplatz für verschwiegene Hedgefonds-ManagerInnen, die viel Wert auf wenig Steuern und große Geheimhaltung legen.

Quote der Schulden: Zentrale Messlatte für Austeritätspolitik –übersteigt sie 90% des BIP schadet das angeblich dem Wachstum. Diese Theorie wurde mittlerweile mehrfach widerlegt.

Rettungspakete: Speziell für Griechenland auf der einen Seite Mittel, um Finanzierung des Staates zu stützen, aber auch Grundlage für strenge Spar- und Kürzungspolitik, die das Land in Rezession treibt.

Staatsschulden: Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise, da zum einen Konjunkturpakete geschnürt wurden und zum anderen durch steigende Arbeitslosigkeit Steuereinnahmen wegfielen, sowie Kosten für Sozialleistungen mehr wurden.

Troika: Demokratisch spärlich legitimiertes Gremium, das die Einhaltung der Sparvorgaben für Griechenland überwacht, strenge Verfechterin der Austeritätspolitik.

Umverteilung: Durch Austeritätspolitik bisher von unten nach oben. Zur Krisenbewältigung wird sie aber von oben nach unten notwendig.

Vermögen: ist in Europa in zahlreich vorhanden aber konzentriert bei ganz Wenigen. Ungleiche Verteilung ist mitverantwortlich für das Anhalten der Krise, Vermögensbesteuerung und Betrugsbekämpfung kann hier helfen.

weltmeister: “Exportweltmeister” -Titel zur Lasten der Allgemeinheit. Überschuss der Einen ist Defizit der Anderen.

Zukunft: rosig, da Umdenken von Austeritätspolitik hin zu Investitionen stattfinden wird.

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